Hilfreiche Übungen für diese ungewissen Zeiten

29. März 2020 Übung - Das innere Feuer leiten

29. März 2020 Worte zur Übung - Das innere Feuer leiten

Das innere Feuer leiten ist die erste Übung aus dem Zyklus Die 10 Meditationen vom Berg Wu Dang.

Diese Übung habe ich ausgewählt, um Dir zu zeigen, wie Du selbst Schutz für Dich entstehen lassen kannst. Mit dieser Qi Gong Übung baust Du Dir Deinen eigenen Schutz. Es ist die Intention, Deine Intention, die das geschehen lässt.

Ich stehe fest auf der Erde und in der Erde. Sie hält mich. Ich gründe in der Erde. Ich trage die Flamme des Herzens nach außen, und erschließe mir den Raum mit all seinen Dimensionen vom Herz aus. Ich verbinde mich mit den höchsten Höhen. Ich hole mir den Schutz von dort oben. Ich spanne einen Schutzschirm um mich herum auf. So sind meine Worte dazu.

Und jetzt bist Du dran. Probiere es aus, wie es sich für Dich anfühlt, diese Übung zu praktizieren. Erinnere Dich, Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es gibt nur das, was Du wahrnimmst.

Du bewegst Dich in der prachtvollen Natur und atmest frische Luft, Du bist bewusst bei den Bewegungen des Körpers, Deine Gedanken rutschen in den Hintergrund, Du nimmst über ein Bild das Geschützt-sein wahr – was könnte besser sein zur Stärkung des Immunsystems?

Zum Schmunzeln: Ist Dir aufgefallen, dass ich heute eine besondere Klangschale benutzt habe? Klangschale to go. Sie ist so klein, dass sie in meine Westentasche passt. Da war ich selbst verblüfft, als ich sie aus einem Impuls heraus in die Tasche steckte. Sehen kannst Du das nach dem Abspann...

Hinweis: Kochler wissen, wo das aufgenommen ist. Für alle anderen: Kohlleite in Kochel. Ein wunderbarer Platz mit Blick über die Erde, hinein ins Universum. Im Hintergrund ein ganz spezieller Platz mit den 3 Bäumen. Eine Kastanie, eine Eiche und eine Buche.

 

 

 

27. März 2020 Übung - Die drei Tore öffnen

27. März 2020 - Worte zur Übung - Die drei Tore öffnen

Qi Gong und Kinder Qi Gong. Gibt’s da einen Unterschied? Ja und Nein. Die Übungen sind dieselben, die Worte und Bilder sind andere. Nehmen wir die Übung Das innere Feuer leiten. Das ist eine von 10 Übungen aus dem Zyklus Die 10 Meditationen vom Berg Wu Dang. Wenn ich sie mit Kindern bewege, nennt sie sich Die drei Tore öffnen.

Die Idee heute war es, die Übung Das innere Feuer leiten vorzustellen. Beim Texten hat sich dann diese ganz spezielle Freude breit gemacht, die ich immer empfinde, wenn ich mit Kindern bin. Und dabei bin ich dann geblieben und zeige ich Dir heute etwas aus dem Qi Gong mit Kindern. Die Übung Das innere Feuer leiten gibt es demnächst.

Ich grüße hier alle Kinder, die mit mir vor kurzem noch gemeinsam dienstags und donnerstags ins Qi Gong Land gegangen sind: A, E, F, G, K, M, ML, M und C, N, Th, P und Th und Q. Und auch L, der während er auf eine andere Schularbeitsgruppe wartet, mir oft beim Aufbauen hilft.

Aufbauen – ja, es gilt das Qi Gong Land vorzubereiten, vor allem das Tor. Es hat eine wichtige Rolle. Es ist der Eingang ins Qi Gong Land und ist streng bewacht. In der Schule gibt’s mehrere anderthalb Meter große Palmen aus Papier, die sind wunderbar dafür geeignet. Zwei davon leihe ich mir aus. Rechts und links von den Palmen stellst Du Dir eine unüberwindbare Hecke vor. Zwischen den Palmen das Tor. Das Tor läuft oben spitz zu. Davor steht der Wächter. Er lässt nur diejenigen ins Qi Gong Land, die Aufgaben gelöst haben. Die letzte große Aufgabe ist das Öffnen der drei Tore. Ein kupfernes Tor, ein silbernes Tor, ein goldenes Tor. Der Wächter zeigt, wie die Tore geöffnet werden können.

Am Anfang der gemeinsamen Qi Gong Stunde, verteilen wir die Karten mit den verschiedenen Aufgaben für die Stunde. So können es also verschiedene Wächter sein. Hier und heute übernehme ich alle drei Karten. Wenn die Zeiten sich weiterbewegt haben, werde ich die Kinder fragen, wer mit mir ein neues Video drehen mag...

Qi Gong mit Kindern habe ich bei Zuzana Sebková-Thaller mit viel Spass erlernen dürfen. Wer mehr dazu erfahren möchte, dem lege ich ans Herz: Qigong mit Kindern. Ausgeglichen und gestärkt mit Übungen und Bewegungsgeschichten. Von Sabine Schreiner und Zuzana Sebková-Thaller.

Interessierst Du Dich für die runden Karten? Es sind die Krafttiere für Kinder von Scott Alexander King. Weißt Du noch, was ich heute gezogen habe

 

 

 

25. März 2020 Übung - Die große Fülle

25. März 2020 Worte zur Übung - Die große Fülle

Heute siehst Du als Vorübung Steigen und Sinken und danach die Übung Der Große Kessel.

Steigen und Sinken (Heben und Senken) ist ein Grundprinzip im Qi Gong. Manchmal mag es so aussehen, als stehe man beim Qi Gong unbewegt im Raum. In dieser Übung wird sichtbar und erlebbar, dass da ein ständiges Bewegen ist. Ständiger Wechsel zwischen Gegensätzlichem. Aus diesem Spiel der Gegensätze entsteht das Leben. Das Ein und Aus des Atems lässt sich bewusst erleben. Richtig? Wir nehmen beide wahr, wie der Brustkorb sich hebt und senkt. So wie wir beiden den Atem bewusst erleben können, können wir auch den Strom wahrnehmen, der den ganzen Körper bewegt. Ich benutze dann die Worte „die Kraft kommt aus der Erde“. Ich benutze das Bild der Welle. Die Kraft bewegt sich in meinem Körper wie eine Welle, die an Land rollt und wieder dorthin zurückgezogen wird, wo sie hergekommen ist.

Welle für Welle, aus der Erde, über die Fußsohlen, die Beine hoch zum Becken, über die Wirbelsäule bis unter die Schädeldecke und dann den Weg wieder zurück. Die Vorstellung macht die Bewegung und so sieht man die Welle auch in der Bewegung des Körpers. Du stellst Dir die Welle vor und der Körper setzt das um, ohne dass es andere Anweisungen braucht. Und schon ist es da. Steigen und Sinken. Anstrengungslos, angenehm, genüsslich. Körper und Atem koordinieren sich von selbst in der Wellenbewegung. Es fließt.

Der große Kessel erinnert mich daran, dass alles da ist, was ich brauche und dass ich selbst für mein inneres Wohlergehen sorgen kann. Ich kann mich selbst innerlich satt machen. Ich bin eigenverantwortlich und selbstwirksam. Mit vollen Zügen schöpfe ich aus dem großen Kessel, aus der unendlichen Fülle. Ich ziehe alles zu mir, in meinen Körper, ins untere Dantian (Energiesammelpunkt) hinein. Ich schöpfe für mich aus der großen Fülle. In vollen Zügen.

Die eine Stimme sagt, dass das doch egoistisch sei. Die andere Stimme sagt: Das geschieht zum Wohle aller. Wenn Du schon mal geflogen bist, dann erinnerst Du Dich sicher an den Hinweis, was bei Druckabfall in der Kabine zu tun ist. Zuerst setzt Du Dir die Sauerstoffmaske auf, dann erst kümmerst Du Dich um die anderen. Tust Du das nicht, kannst für andere keine Hilfe sein.

Ich schöpfe alles, was der Körper braucht, um gesund und heil zu sein. Ich muss nicht wissen, was ich da im Detail schöpfe. Ich stelle mir einfach vor, dass der Körper heil ist, genährt ist, satt ist.

Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich für keinen anderen schöpfen kann; ich kann aber erzählen, wie ich es mache, das Schöpfen.

Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich niemandem etwas wegschöpfen kann, weil für jede und jeden die Fülle unendlich ist.

Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich mich einfach trauen darf, der unendlichen Fülle zu vertrauen. Alles was wirklich wichtig ist, ist vorhanden. Was für eine wunderbare Gewissheit für diese ungewissen Zeiten.

Das ist mir noch wichtig: Meine Bilder sind in mir entstanden. Sie sind ein Hilfsmittel. Sind meine Wahrheit. Deine kann anders aussehen. Wenn Du also ein anderes Bild oder Wort stimmiger findest, benutze das. Es gibt kein Richtig, es gibt kein Falsch.

 

Noch eine kleine Geschichte zum Schmunzeln. Meine Großeltern hatte einen Waschkessel. Im unteren Teil wurde der Kessel angeheizt. Oben kam dann die Wäsche in das heiße Wasser. Teile des Waschkessels stehen immer noch bei uns im Garten. Vor diesem Kessel hätte ich gerne diese Übung bewegt. Die zurückgekehrte Kälte hat Jonas und mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei Nullgraden draußen haben wir jetzt als Hintergrund die Hawaii Flowers gewählt. Ihr seht den Stoff. In mir schwingt immer noch die Intensität der Pflanzen auf Hawaii.

 

 

23.März 2020 Übung - Abklopfen

23. März 2020 - Worte zur Übung - Abklopfen

Abklopfen geschieht im Qi Gong nach jedem Üben. Es dient dazu, die in Bewegung gesetzte Energie überall hin zu verteilen. Dazu gibt’s noch viel zu erzählen. Jetzt und hier geht’s aber darum wie Abklopfen uns in diesen ungewissen Zeiten wertvoll sein kann.

Abklopfen ist auch eine einfache Möglichkeit, ganz schnell wieder zu mir selbst zurückzukommen, die Füße wieder auf den Boden zu bekommen, meinen Körper wieder zu bewohnen.

Wenn ich also in diesen ungewissen Zeiten merke, dass mich Nachrichten, Zahlen, Gespräche, Regelungen verwirren, ich mich unsicher fühle, der Schreck in die Knochen fährt oder Angst in mir herumkriecht, ich mich um die Zukunft sorge, ich alles in Frage stelle und der Verstand heiß läuft, um etwas einzuordnen und zu lösen, was er gar nicht lösen kann – kurz ich den Boden unter den Füßen verliere und Panik auftaucht, dann schüttle ich mich oder ich klopfe mich ab.

Im Qi Gong klopfen wir einzelne Körperteile in einer bestimmten Reihenfolge ab. Die Reihenfolge hängt mit den Meridianen zusammen. Meridiane -  so werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Energieleitbahnen genannt. Sie laufen an den Innen- und Außenseiten der Arme und Beine bzw. vorne, hinten und seitlich am Rumpf entlang. Sie beginnen und enden an Fingern und Füßen.

Es hat also einen tieferen Sinn, die Arme so zu klopfen, dass nicht nur die Armober und -unterseite geklopft wird, sondern auch die Oberkante und Unterkante. Ist doch interessant, dass es vier Bahnen gibt? Wäre Dir das vorher so bewusst gewesen?

Ich nenne die Meridiane Energieautobahnen. Wenn ich einen Impuls – ein Klopfen - auf diese Bahn bringe, dann breitet der Impuls sich in beide Richtungen aus. Bis zu den Anfangs- und Endpunkten. Ein Fließen kann geschehen. Und sollten irgendwo Staus sein, dann gibt es einen Impuls, und noch einen – und irgendwann löst der Stau sich auf, die Energie kann wieder freier fließen. Das Wohlbefinden kehrt zurück.

In bewohne meinen Körper wieder. Ich fühle mich, ich kann die Gefühle aushalten - die, die ich haben will und die, die ich nicht haben will auch. Der Verstand kommt soweit zur Ruhe, dass er sich dem Lösen der Fragestellungen beschäftigen kann, die er auch lösen kann.

Ich sehe wieder klar. Ich kann wieder klar agieren - aus dem Herz heraus.

Und ja, natürlich kannst Du Dich auch zwicken, um aus dem bösen Traum heraus zu kommen. Aber Abklopfen ist viel sinnlicher – sehen, hören, riechen, spüren. Mir macht das Freude! Und Dir?

 

 

20.März 2020 Übung - Schütteln

20. März 2020 - Worte zur Übung - Schütteln

Vorgestern bin ich gefragt worden, ob ich keine Qi Gong Übung kenne für diese Zeiten.

Gestern sind Jonas und ich also mit der Kamera in den Garten gegangen. Als Hintergrund hatte ich mir den wunderbaren Baum in unserem Garten ausgesucht. Er ist immer der erste im Garten, der zu blühen beginnt. Zart weiß, süß duftend, summend.

Was Du siehst, ist entstanden – einfach aus dem Wunsch heraus, meine Qi Gong Erfahrungen und mein Qi Gong Wissen wirken zu lassen und zu teilen.

Diese ungewissen Zeiten machen Angst und Angst paralysiert, wir erleben gerade wie kollektive Angst die Welt lahmlegt. Angst ansich ist nicht verkehrt, sie hat eine wichtige Überlebensfunktion; dort wo sie überhand nimmt und die Freude runterdrückt, wird sie bedrohlich.

Jeder von uns hat jeden Moment eine Wahl, aus der Angst auszusteigen. JA genau, aussteigen - indem Du in den Moment einsteigst. Wie das gehen kann, siehst Du im Video. Du weißt es eigentlich eh schon, das Video erinnert Dich nur und Du wirst entweder mitbewegen, oder etwas tun, was auch intensives Erleben ist – eben auf Deine Weise, mit Deinen Konzepten...

In diesem Video siehst Du eine Vorübung - Entspannen, Lauschen, Lächeln, um ganz im Jetzt mit den Sinnen anzukommen, und Du siehst den-Körper-spüren. Alle Gelenke – eins nach dem anderen - nimmst Du in den Fokus, um dann alle Anweisungen sein zu lassen und dem Körper einfach den Raum zu überlassen. Ich begreife meinen Körper als einen sehr komplexen Organismus, der eine eigene Intelligenz hat, wie er leben und überleben kann. Wenn ich dem Körper Raum gebe, holt er sich die Bewegungen, die er braucht. Ich mache nichts, ich lasse geschehen. Am einfachsten kommst Du dahin, wenn Du z.B. dem Arm einen bewussten Schubs gibst und dann den Arm das machen lässt, was von selbst geschieht. Am Anfang ist das vielleicht ein bisschen komisch, dann kannst Du das als sehr entspannend erleben. Probiers' aus das ziellose Schütteln.

Schüttlen. Kinder können das super, da reicht es zu sagen: "Ihr könnt Euch jetzt so bewegen, wie ihr wollt - rumzappeln."

Kleine Geschichte zum Schmunzeln: Ich hab mal Urlaubsgruppe angeleitet, die regelmässig Qi Gong machen musste, um Punkte zu sammeln für ein Bonusprogramm; es waren also Paare und die Männer mussten auch mit. Ich dachte, die Männer würden dieses freien Bewegen total blöd finden. Ich hatte mich geirrt. Einer sagt beim Feedback: „kein Problem für uns, wir sind Fussballer, wir kennen das, da heisst es „wilder Mann machen“...